Reparieren statt wegwerfen

Reparatur-Café

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Leider ist mal wieder etwas kaputt gegangen und wir überlegen uns, ob es sich lohnt, es reparieren zu lassen. Schnell beschließen wir, dass eine Reparatur teurer wird als die Anschaffung eines neuen Gerätes. Und schon landet das Teil im Müll. Oft genug im Hausmüll, obwohl es eigentlich Elektroschrott ist. Nun ja, für viele Reparaturen benötigt man zugegebenermaßen eine gewisse Fachkenntnis und entsprechende Werkzeuge.

Eine Lösung für die Nicht-Hobby-Bastler unter uns: fragt doch mal Eure Freunde oder Nachbarn. Und bietet als Gegenleistung Eure Fachkenntnisse an. Sicher hängt irgendwo in Eurer Umgebung ein dafür geeignetes schwarzes Brett, z. B. im Supermarkt.

Reparatur-Café

Ein weiterer positiver Trend, der ursprünglich als Repair-Café aus Holland kam – initiiert 2007 von Martine Postma, sind Reparatur-Cafés. Organisiert von örtlichen Wirtschaftsbüros, ehrenamtlichen Helfern und Reparatur-Experten kann man seine defekten Teile dort wieder in Ordnung bringen und zwar zusammen mit den Experten. Man erhält so wertvolle Tipps und Anleitungen zum Selbermachen.

Der besondere Nutzen dieses Projekts ist

  • Müllvermeidung
  • Umweltschutz
  • Nachhaltigkeit
  • Lernen
  • Erhalt des Wissens
  • Kontakte
  • Wertschätzung

Das benötigte Werkzeug und Material für die Reparatur von Möbeln, Elektrogeräten, Kleidung, Spielwaren und Fahrrädern ist größtenteils vorhanden, z. B. Tischlerwerkzeug, Werkzeug für Elektrogeräte, Nähutensilien. Bei Kaffee, Tee und Kuchen wird nun geschraubt, gelötet, gesägt, genäht. Auf einem Lesetisch findet man interessante Bücher zum Thema Reparatur und Heimwerken. Die Chance auf Erfolg ist übrigens am größten, wenn Ihr alle Kabel, Zubehörteil und Bedienungsanleitungen mitbringt.

Verbreitung der Repair-Cafés

Mittlerweile gibt es Repair-Cafés in 15 Ländern weltweit, z. B. Niederlande, Deutschland, Frankreich, USA, Australien. Hier findet Ihr eine Liste der Cafés in Eurer Nähe. Wer übrigens ein eigenes Repair-Café eröffnen möchte, erhält jede Menge Unterstützung und Information – und das alles zu einem äußerst fairen Preis.

Wie haltet Ihr es denn mit Reparaturen? Lieber was Neues kaufen oder basteln? Schreibt mir doch Eure Erfahrungen?

Slow Living und Technik/Mobilität

Technik und Mobilität

Seien wir ehrlich: Das Wort Entschleunigung ist uns irgendwie verdächtig (wir klären gleich warum) und das treffendere Wort Verlangsamung verwenden wir eher noch weniger gern.

Entschleunigung, das ist etwas weniger Beschleunigung, immer noch ein hohes Tempo, aber mit dem Zugeständnis eines geringeren Tempozuwachses. Das Wort ist eine Unbehagen verursachende Verbeugung vor dem Diktat von „höher, schneller, weiter, größer“. Wer Wachstum, Zuwachs als Wert anzweifelt, stellt sich schnell an den Rand der Gesellschaft. Deshalb kommt uns das Wort Verlangsamung noch um einiges schwerer über die Lippen, denn da kommt er klar zum Vorschein, der Wunsch nach Benutzung der Bremse, nicht etwa der nach einem leichten Lupfen des Gaspedals.

In der Kategorie Technik und Mobilität wird es nötig sein, Farbe zu bekennen, was das Slow in Slow Living angeht. Wo spielt das Tempo eine Rolle, wenn nicht hier?

Du bist besonders technikaffin? Ich halte es für sehr gut möglich, dass sich Deine Haltung im Laufe der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Slow Living in Technik und Mobilität ändern wird. Zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet Slow Living nicht „möglichst langsam“, sondern „angepasste Geschwindigkeit“. So angepasst, dass bestimmte Vorgänge auch einmal mit sehr hohem Tempo ablaufen dürfen, wenn sie unvermeidlich sind und ihre zeitliche Ausdehnung den übrigen Interessen im Wege steht. In diesem Sinne können also eine schnelle Fortbewegung und der Einsatz technischer Hilfsmittel als produktiv gelten, solange sie nicht den übrigen Zwecken von Slow Living wie Nachhaltigkeit und sozialer Verträglichkeit widersprechen.

Nicht immer ist im Alltag der Weg das Ziel, was in einem innerstädtischen Stau sehr schnell klar werden dürfte. Effiziente Fortbewegung in der Gegenwart, der Unterschied zwischen Urlaub und Reisen, ein maßvoller Einsatz von Technik … zu diesen Themenfeldern ist eine riesige Vielfalt von Berichten und Beiträgen erkennbar, eine Vielfalt, die uns schwindlig machen könnte.

Aber glücklicherweise haben wir uns ja gemeinsam dem Ziel verschrieben, stets ein angemessenes Tempo zu wählen …